Englands Hemmoor Effekt - Der Dorothea Steinbruch
foto: Richard Bufton
Caernarfon, UK ( 14.03.2007) - Wie von den BBC News berichtet wurde
starb letzten Sonntag eine 40 jährige Taucherin in dem ehemaligen
Tagebau Dorothea Steinbruch.
Die verunglückte Taucherin ist das 22zigste Opfer innerhalb der letzten
10 Jahre. Die Frau verwickelte sich unter Wasser in Seile und konnte
sich selbst nicht mehr befreien. Ihr Tauchpartner, ein 45 Jahre alte
Mann versuchte der Taucherin zu helfen.
Er blieb bei seiner Tauchpartnerin bis sein Sauerstoffvorrat verbraucht
war. Daraufhin schwamm er ohne einen Dekompressionsstop einzulegen an
die Oberfläche. Er wurde von den alarmierten Rettungskräften in ein
Druckkammerzentrum geflogen.
Der Dorothea Steinbruch ähnelt im Grunde dem Hemmoorer-Steinbruch in
Deutschland. Auch im Hemmoor kam es in der Vergangenheit zu einer
Vielzahl von Tauchunfällen mit Todesfolge. Die führte dazu, das die
Verwaltungsbehörden in Zusammenarbeit mit dem Besitzer und der
ansässigen Tauchschule ein fundiertes Regelwerk und eine ausgeprägte
Überwachung der Taucher zusammengestellt hat.
In Zusammenhang mit diesen neuen Regeln und Baulichen Maßnahmen sowohl
Unterwasser als auch an Land konnten die Tauchunfälle auf ein Minimum
verringert werden. Die Rate der Tauchunfälle im Hemmoor liegt mit
derzeit unter 0,013 Prozent von allen in Deutschland gemeldeten
Tauchunfällen.
Einige der Regeln am Hemmoor besagen, daß nur mit Kaltwasser tauglichem
Equipment getaucht werden darf. Die Taucher müssen zwei getrennte erste
Stufen aufweisen. Auch wird eine tauchärztliche Untersuchung gefordert.
Diese darf bei über 40zig Jährigen nicht älter als ein Jahr sein.
foto: Richard Bufton
Der
Dorothea Steinbruch in England ist noch immer frei von jeglicher
Beschränkung. Da der Steinbruch sich in Privatbesitz befindet ist
Tauchen nicht erlaubt. Alle Zugangsverbote zum Steinbruch wurden und
werden von den Tauchern immer wieder mißachtet.
Viele der Sporttaucher am Dorothea Steinbruch fordern einen legalen
Zugang zu dem Tauchplatz und Regelungen, welche die Tauchsicherheit
erhöhen.
Richard Bufton, ein erfahrener Berufstaucher und Tauchlehrer mit über 200 Tauchgängen im
Dorothea Steinbruch bedauert den aktuellen Todesfall, räumt jedoch ein.
"Die Todesfälle im Steinbruch dürfen nicht aus dem Kontext
herausgenommen werden. Vergleicht man die Todesfälle am Snowdon Gebirge
in North Wales mit den Todesfällen der Taucher im Steinbruch, so stehen
die Tauchunfälle denen in den Bergen nicht nach. Dennoch ist das
Aufhebens über die Bergregion nur sehr gering. Im Gegensatz dazu stürzt
sich die Presse und die Politik auf alles rund um den Dorothea
Steinbruch".
Zu dem aktuellen Todesfall konnte sich Hr. Bufton nicht äußern, jedoch bemängelt er die Ausbildung der Taucher.
"Ich glaube, daß die Ausbildung der meisten Tauchclubs fehlgeleitet ist. Wir lernen den Tauchern viel zu viel darüber wie Sie auf
Ihren Tauchpartner aufpassen sollen und viel zu wenig wie Sie sich selbst schützen können."
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