Englands Hemmoor Effekt - Dorothea Steinbruch

22 tödliche Tauchunfälle seit 1996

Englands Hemmoor Effekt - Der Dorothea Steinbruch


22 tödliche Tauchunfälle im Dorothea Steinbruch seit 1996foto: Richard Bufton
Caernarfon, UK ( 14.03.2007) - Wie von den BBC News berichtet wurde starb letzten Sonntag eine 40 jährige Taucherin in dem ehemaligen Tagebau Dorothea Steinbruch.

Die verunglückte Taucherin ist das 22zigste Opfer innerhalb der letzten 10 Jahre. Die Frau verwickelte sich unter Wasser in Seile und konnte sich selbst nicht mehr befreien. Ihr Tauchpartner, ein 45 Jahre alte Mann versuchte der Taucherin zu helfen.



Er blieb bei seiner Tauchpartnerin bis sein Sauerstoffvorrat verbraucht war. Daraufhin schwamm er ohne einen Dekompressionsstop einzulegen an die Oberfläche. Er wurde von den alarmierten Rettungskräften in ein Druckkammerzentrum geflogen.

Der Dorothea Steinbruch ähnelt im Grunde dem Hemmoorer-Steinbruch in Deutschland. Auch im Hemmoor kam es in der Vergangenheit zu einer Vielzahl von Tauchunfällen mit Todesfolge. Die führte dazu, das die Verwaltungsbehörden in Zusammenarbeit mit dem Besitzer und der ansässigen Tauchschule ein fundiertes Regelwerk und eine ausgeprägte Überwachung der Taucher zusammengestellt hat.

In Zusammenhang mit diesen neuen Regeln und Baulichen Maßnahmen sowohl Unterwasser als auch an Land konnten die Tauchunfälle auf ein Minimum verringert werden. Die Rate der Tauchunfälle im Hemmoor liegt mit derzeit unter 0,013 Prozent von allen in Deutschland gemeldeten Tauchunfällen.

Einige der Regeln am Hemmoor besagen, daß nur mit Kaltwasser tauglichem Equipment getaucht werden darf. Die Taucher müssen zwei getrennte erste Stufen aufweisen. Auch wird eine tauchärztliche Untersuchung gefordert. Diese darf bei über 40zig Jährigen nicht älter als ein Jahr sein.

Der Dorothea Steinbruch in England ist noch immer frei von jeglicher Beschränkung. Da der Steinbruch sich in Privatbesitz befindet ist Tauchen nicht erlaubt. Alle Zugangsverbote zum Steinbruch wurden und werden von den Tauchern immer wieder mißachtet.

Viele der Sporttaucher am Dorothea Steinbruch fordern einen legalen Zugang zu dem Tauchplatz und Regelungen, welche die Tauchsicherheit erhöhen.

Richard Bufton, ein erfahrener Berufstaucher und Tauchlehrer mit über 200 Tauchgängen im Dorothea Steinbruch bedauert den aktuellen Todesfall, räumt jedoch ein. "Die Todesfälle im Steinbruch dürfen nicht aus dem Kontext herausgenommen werden. Vergleicht man die Todesfälle am Snowdon Gebirge in North Wales mit den Todesfällen der Taucher im Steinbruch, so stehen die Tauchunfälle denen in den Bergen nicht nach. Dennoch ist das Aufhebens über die Bergregion nur sehr gering. Im Gegensatz dazu stürzt sich die Presse und die Politik auf alles rund um den Dorothea Steinbruch".

Zu dem aktuellen Todesfall konnte sich Hr. Bufton nicht äußern, jedoch bemängelt er die Ausbildung der Taucher. "Ich glaube, daß die Ausbildung der meisten Tauchclubs fehlgeleitet ist. Wir lernen den Tauchern viel zu viel darüber wie Sie auf Ihren Tauchpartner aufpassen sollen und viel zu wenig wie Sie sich selbst schützen können."















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