Quallen in unseren heimischen Seen

VDST

Quallen in unseren heimischen Seen


Süßwasserqualle - Meduse - Neobiotafoto: Dr. Ralph O. Schill
Offenbach (18.07.2007) - Mit Unterstützung von Wassersportlerinnen und –sportlern gelang es Wissenschaftlern an der Universität Stuttgart erstmals eine deutsch-landweite Verbreitungskarte der Süßwassermeduse Craspedacusta sowerbii zu erstellen. Die Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift „Journal of Limnology“ erschienen.

Allgemein gibt es bislang nur unzureichende Kenntnisse über das Vorkommen und die Verbreitung von aquatischen Neozoen und Neophyten in Deutschland. Mit dem Projekt www.NEOBIOTA.de, iniziiert vom Verband Deutscher Sport-taucher e.V. (VDST) mit Unterstützung des Bundesamtes für Natur-schutz (BfN), werden seit 2005 die Gewässer von Sporttaucherinnen und Sporttauchern erkundet.

Unsere sommerwarmen, heimischen Gewässer bieten der Süßwasser-qualle Craspedacusta sowerbii Lankester 1880, die vermutlich aus dem chinesichen Jangtse-Fluss stammt, hervorragende Lebensräume. Sie wurde zum ersten Mal 1880 in Europa in einem Wasserlilienteich im Regents Park, London, entdeckt und beschrieben. Seit dem wurden Funde weltweit gemeldet und sie scheint inzwischen auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor zu kommen.







Süßwasserqualle - Meduse - Neobiotafoto: Ute Kawik (pixelio.de)
Nur unter bestimmten Umweltbedingungen entstehen Medusen, die dann frei schwebend im Wasser leicht zu entdecken sind. Man findet sie meist im Spätsommer und im Frühherbst in heimischen Seen, da die Temperaturen über längere Zeit hoch sind. Sie ernähren sich von Zooplankton wie zum Beispiel Ruderfußkrebsen, Wasserflöhen und größeren Rädertierchen. Die Medusen können sich vertikal im Wasser fortbewegen und sind -abhängig vom Nahrungsangebot und Tageszeit- gerne in tieferen Wasserschichten, wo man sie auch auf dem Grund liegend vorfinden kann.

Die Forschungsergebnisse über “The freshwater jellyfish Craspedacusta sowerbii Lankester, 1880 (Limnomedusa: Olindiidae) in Germany, with a brief note on its nomenclature.” sind bei der Bundesgeschäftsstelle des VDST erhältlich oder unter http://www.iii.to.cnr.it/pubblicaz/JL_66_1/06_Fritz.pdf frei herunterzuladen.

Um mehr über die Verbreitung und den Einfluss der Neobiota in unseren heimischen Gewässern zu erfahren sind alle Wassersportlerinnen und –sportler aufgerufen einen Blick in unsere Seen zu werfen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage http://www.neobiota.de.

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