Seepferdchen

Das geheime Liebesleben der Seepferdchen.

Das geheime Liebesleben der Seepferdchen.


Das geheime Liebesleben der Seepferdchen.Dickbauchseepferdchen
(foto: Sea Life)
Hamburg (02.02.2007) - Vier Monate haben Besucher und Mitarbeiter in den neun Sea Life Großaquarien untersucht, ob Seepferdchen wirklich ein Leben lang treu sind.

Das unerwartete Ergebnis: Monogamie ist für Seepferdchen ein Fremdwort

Seepferdchen sind kleine faszinierende Tiere. Biologisch einzigartig, da bei den Seepferdchen die Männer den Nachwuchs gebären. In der Wissenschaft wird schon lange diskutiert, ob sie wirklich treu sind. Was auffällt: Männliche Autoren schreiben häufig, dass Seepferdchen ein Leben lang zusammengehören, während weibliche Autoren die Meinung vertreten, dass Seepferdchen Fremdgänger sind. Ist die Treue-Frage der Seepferdchen also eine Frage des Geschlechts? Jetzt kam das überraschende Ergebnis: Seepferdchen sind anscheinend notorische Fremdgänger.

Für die Untersuchung wurden insgesamt 45 Seepferdchen aus drei verschiedenen Arten mit einem farbigen Halsband markiert, damit man erkennen konnte, welches Männchen zu welchem Weibchen gehört. Am Ende des Untersuchungszeitraumes gab es über 2.300 Aufzeichnungen, die von den Biologen ausgewertet wurden. "Wir konnten mit den Markierungen sehen, dass Seepferdchen nicht nur mit dem eigenen Partner durchs Becken schwimmen", so Johannes Peschke, Kurator vom Sea Life Oberhausen.

Für die Untersuchungen durfte jeder Tierliebhaber selbst zum Forscher werden. Mit Zettel und Stift ausgerüstet, sollte jede Berührung zwischen den Seepferdchen genau dokumentiert werden. Zu den Kontakten zählen die Verknotung der Schwänze, die Verhaltenskopie des Partners sowie der Farbwechsel der Tiere. Da Seepferdchen sehr liebesbedürftige Tiere sind, zählen diese Kontakte bereits zum Balzverhalten. Oftmals geht dem Paarungsspiel noch ein minutenlanger Tanz voraus, bei dem sich die Paare umkreisen. Häufig schwimmen die Tiere, sich an den Schwanzspitzen festhaltend, durchs Becken und erkunden die Umgebung. Insgesamt gab es 1.490 Kontakte zwischen Männchen und Weibchen, 627 Berührungen nur zwischen Weibchen und 260 Mal haben sich männliche Seepferdchen berührt. "Das Ergebnis ist wirklich überraschend. Die Treue der Seepferdchen wurde schon häufiger diskutiert, aber dass sich auch gleichgeschlechtliche Tiere berühren, hätten wir nicht erwartet. Dieses Ergebnis ist für alle neu. Weiter bleibt für uns zu klären, warum sich die Tiere so verhalten", erklärt Johannes Peschke.

Doch der Ruf der untreuen Tiere ist nicht ganz ruiniert. Vier Tiere der Langschnäuzigen Seepferdchen versuchen die Ehre zu retten. In Konstanz und Dresden waren sich während der gesamten Beobachtungsphase zwei Ehepaare treu. Vielleicht gibt es ja auch im Seepferdchenreich die wahre Liebe.
















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