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Die Äsche - ProNatura Tier des Jahres 2007.


Die Äsche - ProNatura Tier des Jahres 2007.
Basel, Schweiz (08.01.2007) - Das Pro Natura Tier des Jahres 2007 ist die Äsche. Eigentlich müsste es dem einheimischen Fisch in den Flüssen der Voralpen gut gehen. Das stimmt leider nicht mehr. Stromproduktion undFlussverbauungen machen der Äsche das Leben schwer.

Flussabschnitte im Übergang von den hügeligen Voralpen ins flacher werdende Tiefland, das ist die Heimat der Äsche, dem Pro Natura Tier des Jahres 2007. Die Wissenschaft hat diese Abschnitte sogar nach ihr benannt, «Äschenregion». In der starken Strömung, dem steinigkiesigen Untergrund und im Wechsel zwischen ruhigen und turbulenten Flussbereichen der Äschenregion findet das Tier des Jahres 2007 die idealen Lebensbedingungen. Im Kies legt die Äsche ihre Eier ab, wo sie zu Brütlingen reifen, die wiederum in den ruhigeren Uferzonen heranwachsen. Ausgewachsene Äschen schweben dann bevorzugt in der starken Strömung, von der sie sich Kleinkrebse und Insektenlarven in den Mund spülen lassen.

Verschlammte Laichgründe

Dieses beeindruckende Mosaik an Lebensräumen ist in unseren Flüssen indes gestört. Schuld daran ist neben der Verbauung der Flüsse vor allem die Stromwirtschaft. Ausgerechnet die Äschenregionen sind auch für die Stromproduktion interessant. Das damit verbundene Stauen der entsprechenden Flussabschnitte für die Stromproduktion wirkt sich verheerend aus auf die sensible Äsche: Die Stauwehre sind nicht nur häufig unüberbrückbare Hindernisse, die Äschenpopulationen voneinander trennen, sie bremsen auch die Strömung. Dadurch lagert sich Schlamm ab, verstopft die natürlicherweise kiesige Sohle des Flusses und verunmöglicht so die Laichablage.

Ausgetrockneter Lebensraum

Die Stromproduktion kann ausserdem zu rasch und stark schwankenden Wasserständen führen. Wird so etwa unterhalb der Stauwehre mit einem Mal viel Wasser abgelassen, werden Eier und junge Äschen sowie andere Fische aus ihrer natürlichen Umgebung weggespült. Bereits kurze Zeit später kann der Hochwasserspuk wieder vorbei sein. Eier und Jungfische, die ihm trotzen konnten, finden sich unvermittelt auf dem Trockenen, wo sie zugrunde gehen. Schwall/Sunk nennt sich diese für Flusslebewesen tödliche Spielart der Energieproduktion.

Befreit unsere Flüsse

Pro Natura, früher Schweizerischer Bund für Naturschutz, ist mit hunderttausend Mitgliedern die führende Naturschutzorganisation der Schweiz. Unter dem Motto Für mehr Natur, überall! setzt sich Pro Natura entschlossen und konsequent für die Förderung und den Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt ein.

Befreit unsere Flüsse! – Die Pro Natura Kampagne für natürliche Fliessgewässer Die Schweiz hat eine besondere Verantwortung für das Überleben der Äsche und anderer Flussbewohner. Für Pro Natura ist es inakzeptabel, dass diese durch den Menschen immer stärker zurückgedrängt werden. Schätzungsweise 9 von 10 Fliessgewässer in der Schweiz fliessen nicht mehr natürlich. Sie sind verbaut, kanalisiert, fliessen künstlich unterirdisch oder gestaut. Die Folgen sind verheerend: Bereits sind 8 von ursprünglich 54 Fischarten in der Schweiz ausgestorben und ganze 34 Arten sind gefährdet.

Die Projekte

ProNatura initiiert und unterstützt verschiedene Projekte für lebendige Fliessgewässer, zum Beispiel rund 50 Flussbettaufweitungen in der ganzen Schweiz sowie mit der Aktion Hallo Biber! Projekte, die Lebensräume für die weitere Rückkehr des Bibers schaffen. Davon werden viele Tiere und Pflanzen profitieren – auch das Tier des Jahres 2007. Auch wir Menschen finden in den natürlichen Flusslandschaften Erholung und spannende Naturerlebnisse.
















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