Galapagos Legoan
Langen (09.07.2007) - Auf der 31. Tagung der UNESCO in Neuseeland wurden die Galapagos-Inseln auf die Rote "Liste der gefährdeten Welterbe" gesetzt. Die weltweite Berühmtheit der Galapagos-Inseln ist zugleich die Ursache für Ihre Gefährdung durch touristische Übernutzung.
Die Galapagos-Inseln liegen im pazifischen Ozean, ungefähr 1000 Kilometer von der Küste Süd Amerikas entfernt. Die Inselgruppe besteht aus 19 Inseln und ist umgeben von einem Marinereservat, welches auch als "Lebendes Museum und Schaukasten der Evolution" bezeichnet wird.
Die Inseln liegen im Zusammenfluss von drei Ozeanströmungen. Das Nährstoffreiche Wasser begünstigt die Entwicklung vieler Arten von Meerestieren. Die Galapagos sind ein Schmelztiegel von maritimen Lebensformen. Immer wieder auftretende seismische und vulkanische Aktivitäten reflektieren auch heutzutage den Prozess, der die Insel vor Millionen von Jahren geformt hat.
Viele Jahrhunderte entwickelte sich das Leben auf und um die Inseln isoliert von dem Leben auf den Kontinenten. Obwohl die Inseln bereits im Jahre 1535 von Spaniern entdeckt wurde erlangte die Inselgruppe erst ab dem Jahre 1835 weltweite Aufmerksamkeit, nachdem Charles Darwin die Inseln besucht und studiert hatte. Eine Reihe der Anstöße seiner Evolutionstheorie erhielt Darwin auf den Galapagos Inseln.
Galapagos Inseln (foto: wikipedia.de)
Heutzutage verbringen viele Passagiere von Kreuzfahrtschiffen, darunter auch die Passagiere der Tauchschiffe, auf den Inseln mehr als doppelt so viel Zeit wie noch vor 15 Jahren. Durch den Tourismus ist der Schiffsverkehr zwischen den Inseln gestiegen, und immer mehr Menschen, die vom Tourismus leben, sind auf die Inseln gezogen. Eine weitere Bedrohung stellt das Eindringen neuer Spezies in den Naturraum der Galapagos-Inseln dar. Mit der Eintragung in die Liste des gefährdeten Welterbes bezweckt die UNESCO, die Schutzmaßnahmen zur Erhaltung des Naturerbes zu verstärken.
Auf den Inseln und um die Inseln herum herrscht ein großer Artenreichtum. Viele Arten, die nur auf den Galapagosinseln heimisch sind (rund 40 Prozent), wurden auch nach ihnen benannt. Die meisten von ihnen kommen dort endemisch vor, das heißt nirgendwo anders auf der Erde. Einige der auf den Galapagosinseln lebenden Tiere sind der Galapagos-Seelöwe, die Galapagos-Riesenschildkröte, die Darwinfinken oder der Galápagos-Pinguin.
Zur Bewahrung des Archipels sind die Tourismusaktivitäten auf den Inseln bereits streng reguliert. So dürfen Besucher nur in Begleitung von Nationalpark-Führern ans Festland, müssen einen respektvollen Abstand zu den Tieren einhalten und dürfen ausschließlich die gekennzeichneten Wege benutzen.
Galapagos Seelöwen
Die ecuadorianische Regierung räumt dem Aspekt der Nachhaltigkeit in Zukunft oberste Priorität ein. Nachdem die Galápagos Inseln am 26. Juni 2007 auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes der UNESCO gesetzt wurden, hat Ecuador sein Engagement zum Schutz der Inselgruppe verstärkt. Mit einem umfassenden Maßnahmenplan soll der Status der Galápagos-Inseln als Stätte des Weltnaturerbes gesichert werden.
"Die Aufnahme der Galápagos Inseln auf die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes gibt uns die Chance, nationale und internationale Unterstützung für den Erhalt der Inseln zu gewinnen", sagt Maria Isabel Salvador, Tourismusministerin Ecuadors. Die Ministerin versichert außerdem, die Regierung Ecuadors, unter der Führung von Staatspräsident Rafael Correa, sei sich der Gefährdung der Inselgruppe sehr bewusst. Im April 2007 habe die Regierung das Natur- und Umweltschutz-Management dieses einzigartigen Ökosystems zur nationalen Priorität erklärt.
Ecuador ist eines der weltweit führenden Länder in der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus. Die staatlichen Ministerien und zahlreiche Organisationen haben Bestimmungen erarbeitet, die den Schutz der Galápagos Inseln vor umweltschädlichen Aktivitäten garantieren.
Das Tourismusministerium in Ecuador arbeitet im Moment den "Plandetur" 2020 aus, einen Umweltleitplan, der neue Richtlinien zur Entwicklung nachhaltiger Tourismusaktivitäten setzt. Dieser Plan soll Ecuadors reiche Naturschätze, seine historischen Reichtümer sowie das kulturelle Erbe der indigenen Bevölkerung schützen. Zudem arbeitet Ecuador mit der "Rainforest Alliance" und der "Global Sustainable Tourism Alliance" zusammen. Einige der Maßnahmen, die das Tourismusministerium ausarbeitet, sind:
- Neue, besonders umweltschonende technische Normen für touristische Angebote wie Tauchen, Schnorcheln, Kajaken, Segeln und Angeln, die Ende 2007 umgesetzt werden sollen
- Koordinierung aller touristischen Aktivitäten auf den Galápagos Inseln mit dem Umweltministerium zu deren effektiver Kontrolle
- neue Richtlinien und Kontrollbestimmungen für die Arbeit von Tour- und Naturguides.
Das Tourismusministerium arbeitet außerdem an dem Konzept "Turismo para todos" (Tourismus für alle), einem Trainingsprogramm für kleine Reiseveranstalter und Hotelbesitzer, um ihnen dabei zu helfen, ihr touristisches Angebot nachhaltiger zu gestalten.
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