Katuu bei Flut (Bild: Universität von Auckland)
AUCKLAND, Neuseeland (04.12.2006) -
Die von den Klimaforschern bereits seit Jahren vorhergesagte Katastrophe beginnt. Die kleine polynesische Insel Takuu wird voraussichtlich in einem Jahrzehnt unter der Meeresoberfläche liegen.
Grund hierfür sind tektonische Verschiebungen des Erdmantels. Klimaforscher werten
diesen Untergang als Prototyp für das Verschwinden weitere Inseln die auf Meereshöhe liegen,
wenn der Meeresspiegels wegen des Klimawandels ansteigt.
Die Insel Takuu liegt ungefähr 250 Kilometer von Bougainville und gehört zu Papua Neu Guinea und
besteht aus 13 Inseln. Die Landfläche mist insgesamt nur eine Quadratkilometer. Keine der Inseln
liegt weiter als einen Meter über dem Meeresspiegel.
Takuu ist Heimat von ungefähr 500 polynesischen Ureinwohnern mit einer einzigartigen Kultur.
Die Einwohner der
Insel verbringen bis zu 20 Stunden die Woche mit dem Singen und Tanzen in der Gemeinschaft.
Aus dieser Tradition ist eine Fülle von kulturell wertvollen Gesängen entstanden die mündlich
überliefert werden. Prof. Dr.
Richard Moyle von der Universität von Auckland ist die führende Autorität in der Erforschung
der Kultur dieser polynesischen
Insel. Seiner Meinung nach wird es dieses unberührte Inselparadies in einigen Jahren nicht
mehr geben.
"Ich bin es Leid weiter zu prophezeien, dass das Leben auf der Insel unhaltbar sein wird." sagt
Professor Moyle, der seit Jahren für den Erhalt der Gemeinschaft kämpft. "Viele Familien leben
mittlerer weile verstreut auf Papua Neu Guinea. Sie werden helfen so viele Mitglieder der
Gemeinschaft wie möglich Obhut zu gewähren. Aber ich sehe nicht wie Takuu langfristig noch
eine vitale kulturelle Gemeinschaft bleiben wird."

Das Dilemma der Insel liegt am Aufeinandertreffen der pazifischen und der australischen
tektonischen Platten. Dies bewirkt, das die Insel in den letzten Jahren bis zu 23 cm im
Jahr im Meer versunken ist. Schon jetzt ist der höchste Punkt der Insel nur einen Meter
über dem Meeresspiegel. Professor Moyle meint, dass eine Jahrhundert Flut die Bevölkerung
auf der Insel Heimatlos machen könnte. Anfang des Jahre war es beinahe so weit. Wissenschaftler
hatten die Warnung vor der "Killerflut" ausgesprochen. Obwohl diese Flut nicht die vorhergesagte
Zerstörung entfaltete, vernichtete die Flut die Anbauflächen auf der Insel.
Nun haben neuseeländische Filmemacher mit den Stammesältesten der Insel das einzigartige Projekt
ins Leben gerufen, einen Dokumentarfilm über den Untergang der Insel drehen. Professor Richard Moyle, Regisseurin Briar March und Kameramann Zane Holmes
werden im Dezember zwei Monate auf der Insel verbringen. Das Filmequipment, ein Dieselgenerator und ein Satellitentelefon
werden die einzigen technischen Utensilien auf der Insel sein, die Ihnen für Ihr Vorhaben zur
Verfügung stehen werden.
Vom ersten Moment an dem Regisseurin Briar March von der Insel Takuu in der Zeitschrift
der Auckland Universität gelesen hat, war sie von der Insel fasziniert. Sie ist der Meinung
das diese Geschichte bei jedem einzelnen der davon hört, wie auch weltweit für Aufsehen sorgen
wird.
"Mich interessiert vor allem wie diese Gemeinschaft mit dem Klimawandel und mit der westlichen
Modernisierung umgehen wird. Wir werden diese Zwänge ihr Leben, ihre Kultur, ihre Identität und
Ihre Existenz beeinflussen." sagt die Filmemacherin, die bei einer Gastfamilie zusammen mit einem
einheimischen Dolmetscher leben wird. "Dies ist ein sehr persönliches und reelles Beispiel wie
solch eine schwierige Situation sich auf eine Gruppe von Menschen auswirkt."
Die Produzentin Lyn Collie hat nur ein geringes Budget für dieses Projekt. Daher wird Sie die
Dreharbeiten von Auckland aus verfolgen. Über Satellitentelefon wird Sie in Kontakt mit dem
Team auf Takuu sein.
Weitere Informationen über Takuu, den Dokumentarfilm und über die Möglichkeit das Projekt
zu unterstützen kann man unter www.takuufilm.blogspot.com finden.
Quelle: Auckland Universität
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